
Jede Taktart hat ihren eigenen Charakter.
Ein 2/4-Takt wirkt statischer als ein 4/4-Takt, weil beim 2/4-Takt jeder schwere Schlag gleich schwer, beim 4/4-Takt aber jeder zweite schwere Schlag etwas leichter ist. Deshalb sind die meisten Märsche im 2/4-Takt komponiert, seltener im 4/4-Takt.

In einem 2/2-Takt werden im Allgemeinen die gleichen Notenwerte schneller genommen als in einem 4/4-Takt. Der 2/2-Takt wird “Alla-breve-Takt” genannt. D.h. ist ein Stück im Alla-breve-Takt notiert, wird es schneller gespielt, als wenn das selbe Stück im 4/4-Takt stünde.
Für den 4/4-Takt und den 2/2-Takt gibt es jeweils ein Sonderzeichen:
Ein 3/4-Takt wirkt weniger “statisch” als eine “gerade” Taktart. Deshalb gehört es zu den entscheidenden Merkmalen eines Walzers, im 3/4-Takt zu stehen.
Ein 5/4-Takt wird meistens als eine Kombination von 2/4-Takt und 3/4-Takt aufgefasst. Entweder zuerst die Zweier-, dann die Dreiereinheit:
oder zuerst die Dreier-, dann die Zweiereinheit:
Der erste Schwerpunkt im Takt (der erste Schlag) bleibt der Schwerere. (Die gestrichelten Taktstriche in den beiden Grafikbeispielen oben dienen nur der Verdeutlichung, sie werden nicht notiert.) Welche der beiden Kombinationen jeweils vorliegt, muss der Musiker meistens selbst “erspüren”. In der Regel wird eine Kombination im Stück beibehalten.
Die 6/8-, 9/8- und 12/8-Takte sind Taktarten, bei denen punktierte Viertel als metrische Einheit festgelegt werden. Ein Schlag ist nun gleichzusetzen mit einer punktierten Viertel. Hier ist jede erste von den drei Achteln einer metrischen Einheit (punktierte Viertel = drei Achtel) ein Schwerpunkt.
Ein 6/8-Takt entspricht einem 2/4-Takt mit Achtel-Triolen.
Ein 9/8-Takt entspricht einem 3/4-Takt mit Achtel-Triolen.
Ein 12/8-Takt entspricht einem 4/4-Takt mit Achtel-Triolen.
Sowohl der 3/4-Takt als auch der 6/8-Takt beinhalten sechs Achtel Noten. Rechnerisch sind sie also gleich. Musikalisch gibt es aber einen großen Unterschied: Beim 3/4-Takt werden die sechs Achtel in drei mal zwei, beim 6/8-Takt in zwei mal drei unterteilt. Dadurch ergeben sich unterschiedliche Gewichtungen (rote Notenköpfe) und Wirkungen:
Grundrhythmus ohne Gewichtung:
Der selbe Rhythmus im 3/4-Takt
...und im 6/8-Takt:
Beachtenswert sind hier die unterschiedlichen Balkensätze der einzelnen Taktarten. Mit jedem metrischen Schlag wird ein bestehender Balken unterbrochen.