
Medianten werden oft stellvertretend für eine Funktion gesetzt. Es handelt sich dann um einen Substitutklang.
In den beiden folgenden Beispielen treten Medianten a) an Stelle der S, weshalb sie als sP (und nicht als tG), und b) zusätzlich an Stelle der D auf, weshalb sie als DG (und nicht als TG) notiert werden.
a)
b)
Am Beispiel b) wird besonders deutlich, dass Medianten weniger einen funktionsharmonischen Sinn, als eher eine farbgebende Wirkung haben.
Manche Medianten sind mit anderen Funktionen identisch. Ob der entsprechende Akkord als Mediante oder Funktion aufgefasst wird, hängt vom Zusammenhang ab, in dem er steht. Das folgende Beispiel zeigt einen A-dur-Akkord (in der Grafik unten rot umrahmt) einmal als Zwischendominante zur Sp und einmal als Mediante. (Letztere gilt in Bezug zur vorangehnden T als TP, in Bezug zur folgenden S als SG.) Die jeweiligen Folgeakkorde bewirken, dass der Mediant-Akkord selbständiger, als farbgebende Komponente erscheint als die Zwischendominante, deren cis im Nachhinein die Bedeutung eines Leittons (Link ist eine Popup) erhält und so der Auflösung bedarf.