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Einfache Wiederholungen der einzelnen Gruppen (T.7/8 - T.9/10 und T. 11/12 - 13/14) wären recht banal. Deshalb wird bei jeder Wiederholung durch kleine Änderungen eine Steigerung erreicht. Die erste Steigerung entsteht durch den Wechsel von f-moll nach As-dur zu beginn des Nachsatzes in T.5 .
Die zweite entsteht dadurch, dass die fünf begleitenden “es” des Altes der Takte 7/8 in den Takten 9/10 vom Sopran eine Oktave höher über die Melodie gelegt erklingen, die nun der Alt übernimmt.

Selbst die Wiederholung der Kadenz- und Schlusstakte 11/12 - 13/14 (IIIa , IVa - IIIb , IVb) wird mit einer zarten Intensivierung versehen:

Der zweite Teil ab T.15 besteht aus zwei Teilsätzen, die keine Einheit im Sinne einer Periode aus Vorder- und Nachsatz bilden. Vielmehr wird der ersten Teilsatz (T.15 - T.24) dazu verwendet, die Lage zunächst zuzuspitzen und danach eine scheinbare Beruhigung herbeizuführen, um im zweiten Teilsatz (T.25 - T.28) auf dramatische Weise in den dritten Teil des Menuetts als eine Art Reprise überzuleiten. Insgesamt liegt diesen beiden Teilsätzen ein harmonischer Plan in Form einer Rückführung von As-dur nach f-moll zu Grunde:

Die Steigerung zu Beginn des ersten Teilsatzes wird mit den beiden Dv erreicht. Außerdem wird dieser Teilsatz erweitert: Aus vier Takten (das entspricht der normalen Anzahl von Takten eines Teilsatzes) werden zehn. Das mit einem Dv “angereicherte” Themenmotiv in As (tP, T.) wird in b (s) ebenso “angereichert” steigernd wiederholt und wirkt als Ia IIa Ib IIb.

Dabei wird es nach seinem ersten Erklingen seines Auftaktes beraubt und von der linken Hand in Gegenbewegung imitiert, wodurch es einen “direkteren” Charakter erhält. Mit dem Kadenzmotiv in der Subdominante verharrend wird zunächst etwas beruhigt. Dieses wird wiederholt und trägt so zur Erweiterung des Teilsatzes bei ( IIIa , IVa - IIIb , IVb ). Diese vier Takte erinnern an die Takte 11/12 - 13/14 aus dem ersten Teil. Auch die kleine “Intensivierung” des Auftaktes zu den Takten 13/14 wird beibehalten. Um die Ruhe vor dem Sturm zu verstärken, wird der Schlusstakt IV des Kadenzmotivs noch zweimal wiederholt ( IVc , IVd ), wobei aus der kleinen Stichnote ausgeschriebene Vorhaltnoten werden (blaue Kreise in der Grafik unten - die Unterschiedliche Notationsweise hat keine Auswirkungen auf die Ausführung der Noten).

Die letzten drei Melodienoten werden schließlich aufgeriffen und zum Beginn des unwirschen zweiten Teilsatzes, der über die und die den dritten Teil vorbereitet.

Hier wird das Teilsatzgefüge I - II - III - IV durch die einheitliche Achtelbewegung beinahe aufgelöst und nur noch mit der harmonischen Wendung Doppeldominante - Dominante ( III - IV mit Halbschlusswirkung) aufrecht erhalten.
Der dritte Teil erinnert an den ersten und nimmt so die Stellung einer Reprise ein. Allerdings ist die Wirkung des dritten Teils ungleich dramatischer als die des ersten, nicht zuletzt deswegen, weil der Satz nun in der Molltonika bleibt. Um den Steigerungsverlauf der Takte 29-34 nicht zu unterbrechen, wurde auf die beruhigend pendelnde Erweiterung des Themenmotives der Takte 3/4 hier verzichtet. Statt dessen erklingt das Themenmotiv selbst nun dreimal, zweimal davon als Vordersatz und einmal als I - II im Nachsatzes. Beim Vordersatz kann daher zwischen I - II und III - IV vom motivischen Gesichtspunkt her nicht unterschieden werden, bestenfalls die Harmonik hält diese Struktur noch etwas aufrecht (in der unteren Grafik rote Funktionsbezeichnungen). Dass die Motivik über die Grenzen der Halbsätze hinweggeht, verschleiert die Struktur der Periode.

Diese Takte beziehen ihre Dramatik vom Beginn des zweiten Teils und steigern diese: Auch hier sind nun Dv zu finden, diesmal drei an der Zahl (T.31, T.33, T.34). Die Linke Hand imitiert nicht die rechte, wie in den entsprechenden Takten 15-18 des zweiten Teils, sondern bringt die Gegenbewegung nun gleichzeitig. Bemerkenswert ist auch das Anwachsen der Stimmenanzahl von zwei auf vier Stimmen im Verlauf des dreimaligen Erklingens des Themenmotivs. Ebenso tragen die Triller der Auftakte zu den Takten 31-34 zur Steigerung bei.
Nachdem das Crescendo der letzten Steigerung vom Sforzato des Auftaktes der Kadenz- und Schlusswendung aufgefangen wurde (Auftakt zu T.354) gehören dieser nun die letzten Takte. Die Takte 35-38 entsprechen dabei formal den Takten 11/12 und 13/14 des ersten Teils, da nun aber die Tonika f-moll beibehalten und nicht die tP wie im ersten Teil erreicht wird, ist die Wirkung hier eine ganz andere. Die letzten zwei Takte sind wie eine Quintessenz des Kadenz- und Schlussmotivs (der Quartsextvorhalt und die Septime fehlen, die reine Dominante bleibt übrig) und lassen das Menuett leise und zurückhaltend, aber nicht wirklich beruhigt enden.
Das Besondere an diesem Menuett besteht darin, dass durch die unkonventionelle Art des Arrangements konventioneller Elemente ein originelles Ganzes entsteht.
Das Trio
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