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Der neapolitanische Sextakkord

 

Der neapolitanische Sextakkord ist eine Moll-Subdominante mit Sexte statt Quinte.
Er wird kurz “Neapolitaner” genannt.
Im Gegensatz zur s6 handelt es sich bei der die Quinte ersetzenden Sexte aber nicht um eine
 leitereigene große, sondern um eine kleine Sexte, die nicht leitereigen ist.
Das Funktionssymbol ist sn .

Nea01aNea01bNea01c
(Klicken Sie auf den entsprechenden Akkord, um diesen zu hören)

Der sn ist augenscheinlich ein B-dur-Akkord in Sextakkordstellung:

Bdur01aBdur01b
(Klicken Sie auf den B-dur-Akkord, um diesen zu hören)

Wegen des Zusammenhangs, in dem er in der Kadenz steht, wird der im Bass liegende Ton vom Ohr dennoch als Grundton wahrgenommen, wodurch der Akkord  “subdominantisch” wirkt.
(Deswegen kann der Basston auch verdoppelt werden.)
Die vorher im Kapitel Beispiel und neue Satzregeln für Kadenzen mit Nebenfunktionen in Moll aufgestellte Regel, dass Alterierungen von Stammtönen innerhalb der selben Stimme stattfinden
müssen, gilt hier nicht. Der entstehende Querstand “b” - “h” ist beabsichtigt und trägt zur
dramatischen Wirkung des Neapolitaners bei, ebenso wie die verminderte Terz “b” - “gis” im
Sopran:

KadMollsn01

Längst nicht so dramatisch klingt die gleiche Kadenz mit dem s6:

KadMolls6

oder gar mit normaler Subdominante:

KadMoll01b

 

Für den sn gelten die gleichen Satzregeln, wie für die S6 .

Der Trugschluss

Der selbständige Neapolitaner