Die Kreuz- und B -Tonarten
Was geschieht nun, wenn die im vorherigen Kapitel erwähnte "Tetrachordkette" immer weiter gesponnen wird?


Folgende Tonleitern sind jetzt entstanden:
C-dur (0 Kreuze) G-dur (1 Kreuz: fis) D-dur (2 Kreuze: fis, cis) A-dur (3 Kreuze: fis, cis, gis) E-dur (4 Kreuze: fis cis, gis, dis) H-dur (5 Kreuze; fis, cis, gis, dis, ais) Fis-dur (6 Kreuze: fis. cis, gis, dis, ais, eis) Cis-dur (7 Kreuze: fis, cis, gis, dis, ais, eis, his)
An dieser Stelle (Cis-dur) wird erkennbar, dass jede Tonleiterstufe bereits ein Vorzeichen, jeweils ein Kreuz hat. (Cis-dur hat sieben Kreuze.) Das bedeutet, die neue Tonleiter, die nun folgen würde, müsste acht Kreuze haben. Da jede Tonleiterstufe aber schon eines hat, bekommt die siebente zwei Kreuze, ein sogenanntes Doppelkreuz.

Um diese komplizierte Schreibweise zu vereinfachen, ist es möglich, jeden Ton dieser Gis-dur-Tonleiter "enharmonisch zu verwechseln", d.h., statt den Ton mit einem Kreuz jeweils mit einem B zu notieren (z.B. as = gis), bzw. aus einer alterierten Note einen Stammton zu machen (z.B. his = c):

Jetzt hat man statt acht Kreuze nur vier B und kann so das Ganze viel besser lesen.
Irgendwann schließt sich der Kreis der Tetrachordketten, durch die enharmonischen Verwechslungen ist man wieder in C-dur angekommen:

Ab Gis-dur wird aber niemand diese Tonleitern mit Kreuzen notieren: Am Ende käme sonst His-dur (12 Kreuze!!) heraus, C-dur ist da schon einfacher. Es hat sich so ergeben, dass Cis-dur (7 Kreuze) wie Des-dur (5 Bs) gleichermaßen gebräuchlich sind, statt H-dur (5 Kreuze) aber so gut wie nie Ces-dur (7 Bs) notiert wird.
Es kommen also an Tonleitern dazu:
[Des-dur alternativ zu Cis-dur ( 5 Bs: b, es, as, des, ges)] As-dur (4 Bs: b, es, as, des) Es-dur (3 Bs: b, es, as) B-dur (2 Bs: b, es) F-dur (1 B: b)
Der Übergang von Kreuz- zu B-Tonarten findet bei Fis- bzw. Ges-Dur statt, denn sowohl Fis-dur, als auch Ges-dur haben 6 Vorzeichen. Also ergibt sich folgende Reihenfolge:
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