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Die leitereigenen Dreiklänge in Moll

 

Bei den leitereigenen Dreiklängen in Moll ergibt sich das Problem, dass es drei verschiedene
Molltonleitern gibt: die natürliche, die harmonische ( mit erhöhter 7. Stufe ) und die melodische
( mit erhöhter 6. und 7. Stufe ) . Dadurch können  die Tongeschlechter der einzelnen leitereigenen
 Akkorde changieren - je nachdem,  welcher Modus (Link ist ein Popup) gerade aktuell ist :

LedMoll01a

Erste Möglichkeit: natürliches Moll:

LedMolla

 

Die Dominante als Moll-Akkord wird in der Analyse zwar verwendet (sonst könnte man den
Moll-Akkord auf dem fünften Tonleiterton nicht deuten) - das Symbol hierfür ist  d - , die Bezeichnung "Dominante" ist für diesen Akkord aber eigentlich
nicht sinnvoll, da zu einer charakteristischen Eigenschaft einer Dominante das Erklingen
 des Leittons
(Link ist ein Popup) gehört, der aber nur in einem Dur-Dominant-Akkord zu hören ist.
D.h.: Auch in einer Kadenz in Moll ist die Dominante meistens ein Dur-Akkord.
Deshalb die zweite Möglichkeit: harmonisches Moll:

LedMollb02

 

Und schließlich die dritte Möglichkeit: melodisches Moll:

LedMollc02

Hier ist auch die Subdominante ein Dur-Akkord.

Typisch für eine Mollkadenz ist eine Mischung aus der ersten und der zweite Möglichkeit:
zwar mit Moll-Subdominante und Dur-Dominante, aber ohne den übermäßigen Akkord auf dem
dritten und ohne dem verminderten auf dem siebten Tonleiterton.
Hier bleibt der Moll-Charakter einer Kadenz am besten gewahrt, ohne auf den Leitton verzichten zu
 müssen.

LedMolld

Für die Funktionssymbole gilt Folgendes;
Sind die Hauptfunktionen Moll-Akkorde, wird der Funktionsbuchstabe klein geschrieben,
z.B.: t, s, d.
Handelt es sich um Dur-Akkorde, gilt die alte Regel mit den großen Buschstaben.

Der Durakkord und seine Mollvariante mit dem selben Grundton sind Variantklänge. Die T ist die Variante (oder der Variantklang) der t .

Die Kadenz in Moll