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Die Parallelfunktionen in Moll

 

Dadurch, dass  drei verschiedene Modi (Link ist ein Popup) einer Molltonleiter möglich sind,
nämlich natürlich, harmonisch und melodisch,
ergibt sich eine komplexe Struktur die Haupt- und Nebenfunktionen berteffend.

Am gebräuchlichsten ist folgende Konstellation:

LedMoll02aLedMoll02bLedMoll02cLedMoll02dLedMoll02e02
(Klicken Sie auf den Violinschlüssel, um alle Dreiklänge nacheinander zu hören
 klicken Sie auf die rot umrandeten Dreiklänge, um diese einzeln zu hören)

Im Wesentlichen richtet sich dieses Beispiel nach der harmonischen Molltonleiter
(mit Ausnahme der dP). Der verminderte Dreiklang auf dem zweiten Tonleiterton entspricht dem gleichen Akkord auf dem siebten Tonleiterton der leitereigenen Dreiklänge in Dur.

Möglich ist auch die Verwendung der Dur-Subdominante (melodisches Moll) und deren
Paralelle ( Sp) :

LedMoll03aLedMoll03bLedMoll03cLedMoll03dLedMoll03e02
(Klicken Sie auf den Violinschlüssel, um alle Dreiklänge nacheinander zu hören
 klicken Sie auf die rot umrandeten Dreiklänge, um diese einzeln zu hören)

 

Während sich die Moll-Parallele eines Dur-Akkordes immer eine kleine Terz unter dem
Dur-Akkord befindet, verhält es sich bei der Dur-Parallele eines Moll-Akkordes umgekehrt:
Die Dur-Parallele eines Moll-Akkordes befindet sich eine kleine Terz über dem Moll-Akkord.

Von Moll nach Dur: kleine Terz aufwärts
von Dur nach Moll: kleine Terz abwärts.

Dem entsprechend ist es mit den Gegenklängen der Tonika:

Von Moll nach Dur: große Terz abwärts
von Dur nach Moll: große Terz aufwärts.

Da wegen der drei verschiedenen Moll-Modi die Akkorde über den einzelnen Tonleitertönen
unterschiedliche Tongeschlechter haben können, sind die Parallelen auch unterschiedlich:
Die Parallele der s ist eine kleine Terz über ihr zu finden (sP, von Moll nach Dur), die Parallele
der S eine kleine Terz unter ihr (Sp, von Dur nach Moll).
Hier sind alle möglichen Konstellationen:

LedMoll00a03

 

Der sechste Tonleiterton der natürlichen Moll-Tonleiter hat - vergleichbar mit dem dritten der
Dur-Tonleiter - zwei Funktionen: Die der Subdominantparallele und die des Tonikagegenklanges.
Er wird meistens als Tonikagegenklang aufgefasst.

Die Dp einer Moll-Tonart ist nicht leitereigen, da ihr Grundton nicht zur Tonart gehört!

 

Für die Funktionssymbole gilt folgende Regel:
 Leitet sich von einer Moll-Hauptfunktion eine Dur-Nebenfunktion ab, so wird für den
Hauptfunktions-Akkord (Moll) ein kleiner Buchstabe, für den Nebenfunktions-Akkord (Dur) ein
 großer Buchstabe notiert,
z.B.: tP, tG, sP.

So wird bei einer tP deutlich: Die Tonika ist eine Moll-Akkord, die Parallele ein Dur-Akkord.

 

Beispiele und neue Satzregeln für Kadenzen mit Nebenfunktionen in Moll