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HARMONIELEHRE II
Der Dominantseptnonenakkord
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Die Besonderheiten des Dv

 

Das Besondere am Dv ist, dass sich kein Ton vor dem anderen auszeichnet. D.h., das Ohr kann nicht erkennen, welcher Ton jeweils Terz-, Quint-, Sept- und Nonenton ist.

Das hat folgenden Grund:
In der Grundstellung sind alle vorkommenden Terzen klein. Die durch die Umkehrungen entstehende übermäßige Sekunden klingen auch wie kleine Terzen. Also sind die verschiedenen Intervallkobinationen der unterschiedlichen Umkehrungen nur optisch wahrnehmbar, nicht akustisch.

Dv dritte Umkehrung Dv Grundstellung Dv erste Umkehrung Dv zweite Umkehrung Dv dritte Umkehrung
(Klicken Sie auf den entsprechenden Akkord, um diesen zu hören.)

In der Grafik unten sind in der Mitte alle Tasten gekennzeichnet, die zu diesem Dv gehören, darüber markieren die Klammern die Grundstellung, darunter die dritte Umkehrung. Beim genauen Hinschauen bestätigt sich: Eine übermäßige Sekunde ist nicht von einer kleinen Terz zu unterscheiden.

Dv auf der Tastatur Dv auf der Tastatur 1 Dv auf der Tastatur 2 Dv auf der Tastatur 3
(Um die Grundstellung - oben - und die 3. Umkehrung - unten - zu hören, klicken Sie auf die obere bzw. die untere Klammer. Beim Klick auf einen der roten Notenköpfe erklingt die komplette Terzschichtung, die auf der Tastaturdarstellung zu sehen ist.)
Grundst. (obere Klammer):
3. Umk. (untere Klammer):
komplette Terzschichtung:

Also ist es möglich, aus der übermäßigen Sekunde (Grafik oben: f - gis ) eine kleine Terz (Grafik unten: f - as ) zu machen. Dadurch entsteht zwar kein anderer Klang, aber eine andere Notation (die übermäßige Skunde ist nun as - h ):

Dv von c mit Umkehrungen

Die Reihenfolge der Akkorde im Beispiel b) richtet sich nach der Reihenfolge der Klänge des Beispiels a). Wie bei jedem anderen Akkord ist die Grundstellung des Dv immer am Terzaufbau zu erkennen. Durch die enharmonische Verwechslung des gis zu as in Beispiel b) ist dies im Unterschied zu a) der zweite Akkord. Also ist die Grundstellung nun eine andere:

Dv von c mit Umkehrungen

Dies wiederum bedeutet: Auch der Grundton ist ein anderer, in Beispiel c) nämlich das g.
Hier der Vergleich:

Dv von a und c im Vergleich

Also löst sich der Dv von Beispiel c) nicht wie der vorige aus Beispiel a) nach a-moll auf, sondern, wegen des anderen Grundtons, nach c-moll. (Die Grundtöne sind in der Beispielen d) und e) mit x gekennzeichnet)

Aufloesung nach a und nach c Aufloesung nach a-moll Aufloesung nach c-moll
(Klicken Sie auf die entsprechende Akkordverbindung, um diese zu hören.)

Nun zurück zum anfangs erwähnten Satz: "Kein Ton zeichnet sich vor dem anderen aus."
Alles, was hier beschrieben wurde, bedeutet letztlich:

Jeder Ton eines Dv kann jede mögliche Rolle übernehmen: die des Terz-, Quint-, Septim- oder Nonentons.

Unterschieden werden können die unterschiedlichen Dv also nur durch die Notation oder aber durch den Auflösungsakkord, wobei der Auflösungsakkord bestimmt, welche Notation zu wählen ist.

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Die Deutungsmöglichkeiten des Dv