Zwischendominanten sind Dominanten, sie sich nicht auf die Tonika beziehen, sondern auf andere Funktionen der
jeweiligen Tonart. Daher sind Zwischendominanten nie leitereigen. Zum Beispiel ist in C-dur die
Zwischendominante der Subdominantparallele ein A-dur-Akkord, dessen Terzton ein "cis" und somit nicht
C-dur-leitereigen ist.
Einzige Ausnahme ist die Zwischendominante der Subdominante. Diese ist von der Tonika nicht zu unterscheiden,
deshalb tritt sie nur als Zwischendominantsept auf: Nur durch die Septime (in C-dur ist das ein "b") ist sie
nicht leitereigen und unterscheidet sich von der Tonika.
Wegen dieser leiterfremden Töne lassen sich Sätze durch die Verwendung von Zwischendominanten wesentlich farbiger und reicher im Ausdruck gestalten.
Um deutlich zu machen, dass es sich um Zwischendominanten handelt, werden diese in Klammern notiert und beziehen sich immer direkt auf die Funktion, die jeweils rechts neben der Klammer steht.
Was die Art der Notation betrifft, bildet die Zwischendominante zur Dominant eine Ausnahme: Sie wird Doppeldominante genannt, weil sie sich zwei Quinten über der Tonika befindet und dadurch in besonderer Beziehung zu dieser steht.
Ihr Symbol für die Doppeldominante ist

Sobald Zwischendominanten gesetzt werden, kommen Alterationen ins Spiel, d.h. es gilt die Regel, die schon im Kapitel
über die Satzregeln für die Parallelfunktionen in Moll erwähnt wurde:
Die Alteration muss in der selben Stimme stattfinden, in der sich der zu alterierende Ton zuvor
befand.
Diese Regel wird hier erweitert:
Es kann passieren, dass der Ton, der in der Zwischendominante alteriert werden muss in der davor stehenden Funktion verdoppelt war. In einem solchen Fall übernimmt einer der beiden Stimmen, die den
verdoppelten Ton haben, die Alteration.
Die andere Stimme verlässt diesen Ton in Gegenbewegung zur Alterationsrichtung.
Werden die Zwischendominanten als Septakkorde gesetzt, gelten die Satzregeln für Dominantseptakkorde und deren Umkehrungen.